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Erstmaliger Hauskauf: Der vollständige Leitfaden

Von der Vorabgenehmigung bis zur Schlüsselübergabe — jeder Schritt beim Kauf Ihres ersten Eigenheims, klar und verständlich erklärt.

9 Min. LesezeitAktualisiert am Oktober 2025

Das erste eigene Zuhause zu kaufen ist aufregend, kostspielig und oft verwirrend. Die Bezeichnungen der einzelnen Schritte unterscheiden sich je nach Land etwas, doch der grundlegende Ablauf ist fast überall gleich. Dieser Leitfaden begleitet Sie von dem Moment an, in dem Sie vom Wohneigentum träumen, bis hin zu dem Augenblick, in dem Sie in Ihrer eigenen Küche stehen.

1. Finanzen in Ordnung bringen

Bevor Sie mit einem Makler sprechen oder ernsthaft Angebote durchsuchen, sollten Sie sich ein klares Bild Ihrer finanziellen Situation verschaffen. Kreditgeber prüfen Ihr Einkommen, bestehende Schulden, Ihre Ersparnisse, Ihre Beschäftigungshistorie und Ihre Bonitätsauskunft.

  • Fordern Sie eine Kopie Ihrer Bonitätsauskunft an und lassen Sie eventuelle Fehler korrigieren.
  • Erfassen Sie alle Ausgaben ein bis zwei Monate lang, um Ihre tatsächlichen Ausgaben zu ermitteln.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre monatlichen Schuldenzahlungen insgesamt deutlich unter 40 % Ihres Bruttoeinkommens bleiben.
  • Bilden Sie eine Finanzreserve über die Anzahlung hinaus — Abschlusskosten, Umzug und unerwartete Reparaturen summieren sich schnell.

2. Vorabgenehmigung einholen (nicht nur eine Vorqualifizierung)

Eine Vorqualifizierung ist lediglich eine grobe Schätzung. Eine Vorabgenehmigung hingegen ist eine formelle Prüfung, bei der ein Kreditgeber Ihre Unterlagen sichtet und Ihnen mitteilt, wie viel Kredit Sie tatsächlich erhalten können. In begehrten Märkten werden Verkäufer ein Angebot ohne Vorabgenehmigung nicht ernst nehmen.

Tipp

Eine Vorabgenehmigung ist in der Regel 60–90 Tage gültig. Beantragen Sie sie nicht zu früh, sonst müssen Sie den Prozess wiederholen.

3. Einen Makler wählen, der für Sie arbeitet

Ein Käufermakler vertritt Ihre Interessen, kennt den lokalen Markt und verhandelt in Ihrem Namen. In vielen Ländern trägt die Verkäuferseite die Maklerprovision, doch die Regelungen ändern sich — klären Sie stets, wer was bezahlt, bevor Sie irgendetwas mit einem Makler unterzeichnen.

4. Diszipliniert nach einem Haus suchen

Legen Sie Ihre Muss-Kriterien und Ihre Wunschkriterien fest, bevor Sie irgendeine Besichtigung machen. Es ist erschreckend einfach, sich in eine Küche zu verlieben und dabei zu vergessen, dass der Arbeitsweg zwei Stunden in jede Richtung beträgt.

  • Besuchen Sie die Immobilie wenn möglich zu verschiedenen Tageszeiten — Verkehr und Lärm können sich stark unterscheiden.
  • Achten Sie zuerst auf die Bausubstanz (Dach, Fundament, Fenster, Leitungen) und erst dann auf die Ausstattung.
  • Prüfen Sie den Wasserdruck, den Mobilfunkempfang sowie Keller oder Abstellräume.
  • Erkunden Sie die Nachbarschaft — nicht nur das Grundstück.

5. Ein kluges Angebot machen

Ihr Angebot ist mehr als nur eine Zahl. Es umfasst Rücktrittsklauseln (die Bedingungen, unter denen Sie vom Kauf zurücktreten können), den vorgeschlagenen Abschlusstermin und die Frage, was im Haus verbleibt. In umkämpften Märkten überzeugt oft das unkomplizierteste Angebot — nicht unbedingt das höchste.

6. Besichtigung, Gutachten und Bewertung

Überspringen Sie niemals die Inspektion, auch nicht bei Neubauten. Unabhängige Gutachter suchen nach versteckten Mängeln bei Dach, Elektrik, Leitungen, Fundament und Schädlingsbefall. Ihr Kreditgeber wird zudem eine Wertermittlung in Auftrag geben, um zu bestätigen, dass die Immobilie den vereinbarten Kaufpreis wert ist.

Achtung

Liegt die Wertermittlung unter Ihrem Angebot, müssen Sie möglicherweise neu verhandeln, die Differenz aus eigenen Mitteln bezahlen oder vom Kauf zurücktreten.

7. Der Abschlusstag

Am Abschlusstag unterzeichnen Sie einen Stapel von Dokumenten, überweisen Ihre Mittel und erhalten die Schlüssel. Bringen Sie einen Ausweis, Ihre Zahlung in der von Ihrem Kreditgeber gewünschten Form sowie etwas Geduld mit — dieser Teil läuft selten pünktlich ab.

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Wichtig: Dieser Ratgeber dient nur zur allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Regeln und Zahlen variieren je nach Land und ändern sich im Laufe der Zeit – bestätigen Sie Einzelheiten immer mit einem qualifizierten lokalen Fachmann, bevor Sie handeln.